Erster Kaiser: Detlef Griesbach
Die Orsoyer Bürgerschützen und der ganze Ort freuten sich über die gelungene Premiere. Zwölf Majestäten traten zum spannenden Kräftemessen an.

Am Samstag passte für die Bürgerschützen in Orsoy einfach alles zusammen: Der „letz­te deutsche Kaiser", Franz Becken­bauer, feierte seinen 65. Geburtstag und Petrus bescherte den Orsoyern ein wahres Kaiserwetter. Wenn das keine idealen Bedingungen für das erste Kaiserschießen in der Ge­schichte des Bürgerschützenver­eins Orsoy waren!

Stopp am Rathaus
Um 11 Uhr begannen die Schüt­zen, begleitet vom Spielmannszug und der Blasmusikkapelle der Frei­willigen Feuerwehr Rheinberg, ih­ren Festtag mit einem Zug durch den feierlich geschmückten Orts­kern. Der Zug machte Stopp am Rathaus, wo die Kaiseraspiranten sowie Präsident Karl Hoffmeyer und Rheinbergs Bürgermeister Hans-Theo Mennicken abgeholt wurden. Auch die Kompaniefahnen und der Vorstand des Vereins wur­den hier begrüßt. Gemeinsam zog man dann auf die Orsoyer Schützenwiese am Altenheim, wo Präsidient Hoffmeyer und Hans-Theo Mennicken das Kaiserschießen feierlich eröffneten.

„Zuerst wird heute um die Preise, also Kopf, Zepter, Reichsapfel und Flügel des Schützenvogels, ge­schossen" erklärt Karl Hoffmeyer, Präsident des Orsoyer Bürgerschüt­zenvereins. „Am Preisschießen kann jeder Schütze unseres Vereins kostenlos teilnehmen. Um den Rumpf des Vogels und damit um die Kaiserwürde dürfen jedoch nur die zwölf angetretenen Schützenköni­ge der Jahre 1963 bis 2009 schie­ßen." Der dienstälteste König in dieser Reihe war Willi Tißen, der 1965 amtierte. Der 1963 zum Schüt­zenkönig gekrönte Hermann Küh­nen konnte aus gesundheitlichen Gründen leider nicht teilnehmen.
Doch nicht nur die Schützenkönige und alteingesessenen Schüt­zen waren an diesem Tag voller Eifer dabei. Auch viele jüngere Schüt­zen waren beim Kaiserschießen an­wesend und beteiligten sich am Preisschießen. So auch Daniel Becker (22): „Ich bin jetzt seit etwa drei Jahren Mitglied des Bürgerschüt­zenvereins Orsoy und schon sehr gespannt, wer heute den Kaisertitel mit nach Hause nimmt", erzählt er.
Beim 41. Schuss
Für das leibliche Wohl der zahl­reich erschienen Schützen und Gäste sorgten mehrere Bierwagen und ein Pavillon mit belegten Bro­ten, Kaffee und Snacks. Um Punkt 18.51 Uhr stand es dann fest: Orsoy hat den ersten Schützenkaiser: Det­lef Griesbach! Der Schützenkönig von 2007 schoss den Vogel beim 41. Schuss ab und zog mit dem gesam­ten Bürgerschützenverein zur In­thronisation ins Festzelt am Rhein­damm.
Hier wurden zunächst die Orden für die Preise verliehen und dann der frischgebackene Kaiser mit dem Kaiserorden geehrt. Preisträ­ger waren: l. (Kopf) Dietrich Schneiders, 2. (Zepter) Detlef Gries­bach, 3. (Reichsapfel) Dieter Kas-tendieck, 4. (rechter Flügel) Kevin Schade, 5. (linker Flügel) Wilfried Dahmen).
Doch Schützenpräsident Karl Hoffmeyer hatte noch eine weitere Überraschung für den ersten Or­soyer Schützenkaiser: Zum Orden gab es noch ein scherzhaft signier­tes Bild Franz Beckenbauers, der dem Kaiser zu seinem Erfolg gratu­lierte.


Info
Königinnentag
Da es bei den Schützen selbstver­ständlich nicht nur um Könige und Kaiser, sondern auch um Kö­niginnen geht, kündigte Präsi­dent Karl Hoffmeyer einen Köni­ginnentag an.
Dieser soll, passend zum nieder­ländischen Königinnentag, am 30. April des nächsten Jahres stattfin­den und soll die Schützenkönigin­nen in Orsoy ehren. Auch wird er mit einem Tanz in den Mai verbunden, den es in Or­soy in den letzten Jahren nicht ge­geben hatte.