Was wäre ein Schützenkönig ohne seine Königin?  Eine Frage, die die Regentin der Jahre 1951 bis 1953 lächelnd und schnell beantwortete: „Die Königin ist wichtig, denn ohne sie wäre es doch witzlos", verriet die 84-jährige Irmgard Hauser-Fingel und ergänz­te fröhlich: „Ich habe jedes Schüt­zenfest mitgemacht. Jedes Schüt­zenfest war was Besonderes." Auch Rosi Schwarzer, Schützenkönigin von 2001 bis 2003, freute sich über den ersten Königinnentag: „Es ist schön, dass auch 'was für die Köni­ginnen getan wird".

Mit dem Planwagen
Insgesamt 15 ehemalige Königin­nen kamen am Samstag, dem Köni­ginnentag, mit einem Planwagen, der von ein Pferdegespann gezogen wurde, vor die Evangelische Kirche gefahren. Bei Königinnenwetter wurden die royalen Damen von Mitgliedern des Bürgerschützen­vereins Orsoy, von Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr und vom Spielmannszug Orsoy vom Pulver­turm über die Turmstraße, die Sei­lerbahn und die Egerstraße bis zum hin Kirchplatz begleitet. Dort war­teten bereits viele Orsoyer gespannt auf die Schützenköniginnen.
Die Idee, einen Königinnentag auszurichten, kam Schützenpräsi­dent Karl Hoffmeyer. Er hatte ein Dekret von 1775 ausgegraben, in dem eine Anordnung der Preußi­schen Regierung besagte, nach wel­chen Kriterien eine Schützenköni­gen auszuwählen sei. „Die Anord­nung besagte, dass die Königinnen fortan freiwillig zustimmen muss­ten, das Amt anzunehmen", so Hoffmeyer, was wohl zuvor nicht der Fall gewesen wäre.

An der Seite der Regenten
Mit dem Königinnentag wolle der Verein in erster Linie die Frauen an der Seite der Schützenkönige eh­ren. Wichtig war dem Bürgerschüt­zenpräsidenten auch, die gute Ge­meinschaft in Orsoy zu zeigen, wes­halb auch die Feuerwehr und der Spielmannszug am Königinnentag im Boot waren. Die Männer der Wehr hievten mal schnell den Mai­baum vor der Kirche in die Höhe, der Spielmannszug sorgte für musi­kalische Stimmung, die Besucher klatschten heiter. Kaum hatten die Freiwilligen den Baum aufgestellt, brachten sie ihr Fahrzeug ins Feuer­wehrgerätehaus, kamen zurück und reihten sich in den Zug ein. Weiter ging es nämlich zum Fest­zelt, wo die Ehrung der 15 Königin­nen auf dem Programm stand, be­vor der Tanz in den Mai startete. Die acht nicht anwesenden Königinnen bekommen ihre Urkunden nach­träglich.